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Die Gewöhnliche Fichte

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Baumhaus GmbH Wiesbaden
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Baum des Jahres 2017

 

„Brotbaum der Forstwirtschaft“

Sie gilt als „Brotbaum der Forstwirtschaft“ und ihr Anblick ist jedem Spaziergänger in deutschen Wäldern, aber auch in Parks und Gärten vertraut: die Gewöhnliche Fichte (Picea abies), auch als Gemeine oder Europäische Fichte bekannt. Dieses Jahr wird dieser einzigen natürlicherweise bei uns heimischen Fichtenart eine besondere Auszeichnung zu Teil. Die gleichnamige Stiftung von Dr. Silvius Wodarz hat die Gewöhnliche Fichte für 2017 zum „Baum des Jahres“ ernannt. Ihre Karriere als geschätzte Baumart ist beachtlich und schon von langer Dauer. So soll die berühmte Irminsäule, einst der heilige Baum der Germanen, eine Fichte gewesen sein.

Anspruchslos aber gefährdet

Ihr seit 200 Jahren forcierter Anbau in forstwirtschaftlichen Monokulturen ist nicht unumstritten, auch wenn damit die Vorteile schneller Wiederaufforstung und renditestarker Bewirtschaftung von Brachflächen verbunden sind. Das zeigen Sätze wie „Willst du den Wald bestimmt vernichten, pflanze nichts als reine Fichten!“, die sich u.a. auf die Versauerung der Böden durch die Nadelstreu beziehen. Fichten sind extrem frostresistent und anspruchslos, was die Versorgung mit Nährstoffen betrifft. Doch da sie eher kühle und feuchte Wetterverhältnisse benötigen, könnten ihre Tage im Zuge des aktuellen Klimawandels gezählt sein. Auch ihre als Flachwurzler erhöhte Anfälligkeit für Windwurf spielt da eine Rolle.

Fichte oder Tanne?

Die Gewöhnliche Fichte ist eine immergrüne, aufrecht wachsende Nadelbaumart, die im Durchschnitt eine Höhe von etwa 40 m erreicht und bis zu 600 Jahre alt werden kann. Ihr in niedrigeren Lagen rötlich scheinender, geschuppter Stamm hat ihr den etwas irreführenden Spitznamen Rottanne eingebracht. Doch anhand ihrer hängenden Zapfen kann man die Gewöhnliche Fichte gut von den stehenden Zapfen einer Tanne unterscheiden.

Fichtenholz ist günstig, schnell wachsend, relativ leicht, fest und elastisch. Es wird vor allem für die Herstellung von Möbeln, Musikinstrumenten, in der Papierindustrie und auf dem Bau eingesetzt. In der Antike wurden Schiffsmasten aus Fichtenstämmen hergestellt, weshalb der Baum bei den alten Griechen dem Meeresgott Poseidon gewidmet war. Bis in die 60er Jahre war die Fichte auch als Weihnachtsbaum sehr beliebt, wurde dann jedoch zunehmend durch die Nordmanntanne mit ihren  weicheren und länger haltbaren Nadeln ersetzt.

Hätten Sie’s gewusst?

Die hellgrünen, jungen Triebspitzen der Picea abies sind essbar. Sie schmecken säuerlich-herb und können in der Küche vielfältig eingesetzt werden. Von der Beigabe zu Gemüse bis zur Verfeinerung von Desserts. Fichtensprossen sind eine wertvolle Vitamin-C-Quelle. Vor allem in den Wintermonaten wurden sie deshalb beispielsweise von den Indianern Nordamerikas auch zur Herstellung haltbarer Getränke verwendet.

Weitere Infos zur Gewöhnlichen Fichte unter: Baum des Jahres

Wissenswertes