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Baum des Jahres 2019

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Baumhaus GmbH Wiesbaden
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Die Flatter-Ulme

Im Beisein von Stefan Meier, Präsident der Baum des Jahres Stiftung, sowie von Bundesministerin Julia Klöckner, der neuen Schimherrin der Initi ative, wurde im vergangenen November in Berlin die Flatter-Ulme zum 31. Baum des Jahres ausgerufen.

Der Gründer der Stiftung, Dr. Silvius Wodarz, hatte einst mit Nachdruck erklärt: „Baumschutz ist Bürgerpflicht.“ Der Mensch ist bekanntermaßen die Hauptursache für negative Entwicklungen wie die Klimaerwärmung oder den massiven Rückgang der Artenvielfalt und kann nicht oft genug an seine Verantwortung für die Natur erinnert werden.Die in Mitteleuropa alt eingesessenen Bestände der Berg- und Feldulme sind durch eine aus Asien eingeschleppte Pilzinfektion stark dezimiert worden und bei uns schon fast verschwunden. Doch es gibt auch positive Nachrichten. Die bisher weniger bekannte Flatter-Ulme (Ulmus laevis) erwies sich gegenüber der seit gut 100 Jahren in Deutschland verheerend wütenden Ulmenkrankheit  als deutlich widerstandsfähiger.

Die Flatter-Ulme unterscheidet sich botanisch deutlich von ihren Schwesterarten und verfügt unter anderem über büschelig an den Zweigen hängende Blüten und Früchte. Wenn der Wind sie zum Tanzen bringt  wird deutlich, wie sie zu ihren Namen kam. Ihr heutiges Hauptverbreitungsgebiet ist das kontinentalere Osteuropa, bei uns kommt sie am häufigsten in den ostdeutschen Bundesländern vor, vor allem in Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.Bis über 35 m hoch kann die Flatter-Ulme werden, die Flußauen oder andere feuchte Standorte bevorzugt, und deshalb durchaus auch in den größeren Flußtälern anzutreffen ist, beispielsweise in der Rhein-Main-Ebene, im Oberrheingraben und entlang der Donau.

Doch auch mit dem trockeneren  Stadtklima kommt die Baumart zurecht, und steckt in Maßen auch Luftverschmutzung, Streusalz und Bodenverdichtung gut weg. Schon im Barock gehörten Ulmen zusammen mit den Linden zu den beliebtesten Alleebäumen. Dank ihrer besonderen Robustheit könnte uns die Flatter-Ulme nun in Zukunft häufiger auf Plätzen und in städtischen Parks begegnen.

Fotos: Titel/A.Roloff, Stiftung Baum des Jahres; Mitte/Velela, Ptelea; Unten: Roger Culos, A.Roloff BDJ, 2019

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